Blog | Mitarbeiterzufriedenheit: irrelevant für den Unternehmenserfolg?

Veröffentlicht 01.12.2016 Claudine Petit

Mitarbeiterzufriedenheit: irrelevant für den Unternehmenserfolg?

Immer mehr Unternehmen streben danach, die Mitarbeiterzufriedenheit zu steigern. In unternehmensweiten Mitarbeiterbefragungen wird der Grad der sogenannten Employee Satisfaction gemessen, um Störfaktoren zu entlarven. Denn zufriedene Mitarbeiter bringen mehr Leistung, kündigen seltener und sind weniger oft krank – so die gängige Annahme. Aber ist das wirklich so?

Keine Korrelation zwischen Mitarbeiterzufriedenheit und Leistung

Eine hohe Mitarbeiterzufriedenheit steigert nicht automatisch die Produktivität: Schließlich können Ihre Angestellten auch deshalb zufrieden sein, weil das Arbeitsumfeld angenehm ist, sie mit Kollegen plaudern, früh Feierabend machen und in ihren Dienstwagen herumfahren können sowie regelmäßig eine Gehaltserhöhung einstreichen. Eine Korrelation zwischen Arbeitszufriedenheit und Leistung konnte bisher nicht eindeutig festgestellt werden. Im Gegenteil: Zufriedenheit kann Trägheit auslösen – wir sind auch zufrieden, wenn wir im Urlaub am Strand liegen. Mit Leistung und Produktivität hat das nicht viel zu tun. Zufriedenheit ist eine Art Nulllinie, die bequem und behäbig machen kann: Satte Löwen jagen nicht. Wer zufrieden ist, lässt alles, wie es ist, Veränderungen sind aus seiner Sicht nicht nötig. Einfach nur zufriedene Mitarbeiter mögen zwar gut für das Betriebsklima sein, als umsatzsteigernd erweisen sie sich jedoch in den wenigsten Fällen. Aber was ist es dann, das uns zu Höchstleistungen antreibt?

Mitarbeiterbindung ist der entscheidende Erfolgsfaktor

Was für den Unternehmenserfolg wirklich entscheidend ist, sind Mitarbeitermotivation und Mitarbeiterengagement. Wenn der Arbeitgeber es schafft, die emotionale Mitarbeiterbindung im Unternehmen zu steigern, kann er mit einer Vielzahl positiver Effekte rechnen, dazu gehören unter anderem:

  • Im Schnitt 45 Prozent mehr Anregungen für Verbesserungen im Unternehmen von Mitarbeitern, die sich in einem hohen Maß mit dem Unternehmen verbunden fühlen. Das bedeutet mehr Innovationskraft – ein wichtiger Wirtschaftsfaktor.
  • Geringere Fehlzeiten, die zum Beispiel durch krankheitsbedingte Ausfälle verursacht werden.
  • Weniger Fluktuation: Fluktuationskosten sollten nicht unterschätzt werden – ein Betrieb mit 1.000 Mitarbeitern hat ein Einsparpotenzial von etwa 1,4 Millionen Euro.
  • Durch ein starkes Mitarbeiterengagement ist eine Produktivitätssteigerung von insgesamt bis zu 99,2 Milliarden Euro in deutschen Unternehmen möglich.

(Quelle: Ergebnisse des Gallup Engagement Index 2015)

Engagement messen und steuern

Wenn die Mitarbeiterbindung hoch ist, dann beinhaltet das zufriedene Mitarbeiter, geht jedoch weit über die Mitarbeiterzufriedenheit hinaus. Die Mitarbeiter bringen sich emotional, kognitiv und physisch ein, haben Spaß an ihrer Arbeit und erbringen automatisch mehr Leistung. Dieses Engagement ist messbar und somit auch steuerbar: Eine Mitarbeiterbefragung bringt Aufschluss darüber, wo Schwachpunkte existieren und wo es bereits gut läuft. Doch welche Faktoren beeinflussen Motivation und Bindung der Mitarbeiter?

Die erlebte Führung ist entscheidend für die Mitarbeiterbindung

Führungskräfte sind die entscheidenden Faktoren, wenn es um emotionale Mitarbeiterbindung geht. Erleben Mitarbeiter die Führung als positiv, steigt nicht nur die Mitarbeiterzufriedenheit, sondern auch das Engagement. Das Problem: Oftmals schätzen Führungskräfte ihren Führungsstil ganz anders ein als ihre Mitarbeiter. Während also der Teamleiter meint, eine exzellente Führungskraft zu sein, fühlen sich seine Teamkollegen ganz und gar nicht gut geführt – eine Situation, die sowohl für das Arbeitsklima als auch für den Unternehmenserfolg verheerende Auswirkungen haben kann.

Mithilfe von Mitarbeiterfeedback gezielt Verbesserungen einleiten

Das Ziel sollte also für jedes Unternehmen sein, exzellent in der Führung sein. Dafür ist das 360-Grad-Führungskräfte-Feedback ein effektives Instrument, um das Selbstbild der Führungskraft dem Fremdbild gegenüberzustellen. Eine solche Befragung deckt Stärken und Schwächen auf und bietet somit die ideale Voraussetzung für Verbesserungen des Führungsstils.

Auch wenn Führungskräfte eine tragende Rolle bei der Mitarbeiterbindung spielen, gibt es natürlich noch mehr Faktoren, die die Bindung und Motivation der Mitarbeiter beeinflussen: Um herauszufinden, wie es um die allgemeine Stimmung im Unternehmen bestellt ist und daraus Verbesserungsmaßnahmen ableiten zu können, eignet sich eine unternehmensweite Mitarbeiterbefragung.

Wenn Sie mithilfe von Feedback statt bloßer Mitarbeiterzufriedenheit echtes Engagement in Ihrem Unternehmen schaffen möchten, stehen wir Ihnen gerne zur Seite. Kontaktieren Sie uns!


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