Checkliste für barrierefreie Befragungen
Diese Checkliste konzentriert sich ausschließlich auf Aspekte, die speziell für die Barrierefreiheit von Befragungen relevant sind. Sie richtet sich an HR-Teams, CX-Teams, EX-Teams, Kommunikationsteams und Researcher, die Umfragen erstellen möchten, die für Menschen mit Tastaturnutzung, Screenreadern, mobilen Endgeräten und anderen assistieren Technologien leichter auszufüllen sind.
Wenn Sie Questback‘s Neues Answer Module nutzen, hilft Ihnen diese Checkliste dabei, das Potenzial eines Befragungserlebnisses optimal auszuschöpfen, das auf WCAG 2.2 AA ausgerichtet ist.
Die offizielle Dokumentation und weitere technische Details finden Sie in unserer WCAG-2.2-Erklärung zur Barrierefreiheit
Checkliste für barrierefreie Befragungen
1. Stellen Sie sicher, dass die Umfrage vollständig per Tastatur bedienbar ist
Eine befragte Person sollte sich ausschließlich mit der Tastatur durch die Umfrage bewegen, Antworten auswählen, Buttons auslösen und die Umfrage absenden können.
Prüfen Sie, dass:
- alle interaktiven Elemente per Tastatur erreichbar sind
- die Tab-Reihenfolge logisch ist
- Buttons, Eingabefelder und Steuerelemente ohne Maus bedient werden können
- keine Tastaturfallen entstehen
2. Prüfen Sie, dass der Tastaturfokus jederzeit sichtbar ist
Menschen, die sich mit der Tastatur durch eine Umfrage bewegen, müssen jederzeit erkennen können, wo sie sich gerade befinden.
Prüfen Sie, dass:
- der aktuelle Fokuszustand klar sichtbar ist
- der Fokus nicht durch Sticky Header, Banner oder Overlays verdeckt wird
- der Fokus über Seiten, Validierungen und Dialoge hinweg leicht nachvollziehbar bleibt
3. Vermeiden Sie reine Drag-and-Drop-Interaktionen
Wenn eine Frage Ranking, Sortierung oder Priorisierung enthält, sollten Befragte nicht gezwungen sein, diese ausschließlich per Drag-and-Drop zu beantworten.
Prüfen Sie, dass:
- Ranking-Fragen eine Alternative zu klassischer Drag-and-Drop Beantwortung haben
- diese Alternative per Tastatur bedient werden kann
- diese Alternative auch auf mobilen Endgeräten gut funktioniert
4. Sorgen Sie für ausreichend große Bedienelemente auf mobilen Geräten
Kleine Bedienelemente können für viele Menschen schwierig zu nutzen sein, besonders auf Touch-Geräten.
Prüfen Sie, dass:
- Radio Buttons, Checkboxen und Skalenpunkte leicht antippbar sind
- Buttons nicht zu klein sind und nicht zu eng beieinander liegen
- interaktive Elemente auf echten mobilen Geräten nutzbar sind, nicht nur in der Vorschau
5. Platzieren Sie Hinweise dort, wo sie benötigt werden
Nutzer sollten verstehen können, was sie tun sollen, ohne visuell auf der Seite nach Informationen suchen zu müssen.
Prüfen Sie, dass:
- Hinweise direkt bei der jeweiligen Frage oder dem Eingabefeld stehen
- erforderliche Formatangaben vor der Eingabe angezeigt werden und nicht erst nach einem Fehler
- Befragte nicht auf das Layout oder Vermutungen angewiesen sind, um die Aufgabe zu verstehen
6. Verlassen Sie sich nicht ausschließlich auf Farbe
Wichtige Informationen müssen auch für Menschen verständlich sein, die Farbunterschiede nicht zuverlässig wahrnehmen können.
Prüfen Sie, dass:
- Pflichtfelder nicht ausschließlich farblich markiert sind
- Warnungen und Fehlerzustände nicht nur durch rote Texte oder rote Rahmen kommuniziert werden
- Statusmeldungen auch ohne Farbinformation verständlich bleiben
7. Prüfen Sie Matrix- und Rasterfragen besonders sorgfältig
Große Matrizen können insbesondere für Tastaturnutzer, Screenreader-Nutzer und mobile Teilnehmende Barrieren schaffen.
Prüfen Sie, dass:
- Matrixfragen nur verwendet werden, wenn sie wirklich notwendig sind
- sie ohne Maus bedient werden können
- sie auch auf kleineren Bildschirmen gut lesbar bleiben
- der Bezug zwischen Zeilen und Spalten klar erkennbar bleibt
8. Prüfen Sie Ablaufelemente wie Fortschritt, Dialoge und Bestätigungen
Probleme der Barrierefreiheit entstehen oft im Ablauf rund um die Fragen und nicht nur in den Fragen selbst.
Prüfen Sie, dass:
- Fortschrittsanzeigen verständlich sind
- modale Dialoge oder Overlays per Tastatur bedient werden können
- Bestätigungsmeldungen klar und gut wahrnehmbar sind
- eindeutig erkennbar ist, wann die Umfrage erfolgreich abgeschickt wurde
Abschließender Accessibility-Check vor der Veröffentlichung
Bevor Sie die Umfrage veröffentlichen, prüfen Sie Folgendes:
Kann die gesamte Umfrage ausschließlich mit der Tastatur ausgefüllt werden?
- Ist der Fokus jederzeit sichtbar?
- Sind die Interaktionen der Fragen auch ohne Drag-and-Drop nutzbar?
- Sind Bedienelemente auf mobilen Geräten leicht antippbar?
- Sind Hinweise dort platziert, wo Nutzer diese benötigen?
- Sind Pflichtfelder, Warnungen und Fehler auch ohne Farbe verständlich?
- Sind Matrixfragen auch für Tastatur- und Screenreader-Nutzer gut nutzbar?
- Funktioniert der gesamte Ablauf barrierefrei – von der ersten Seite bis zum Absenden?
Barrierefreiheit bedeutet, Hürden abzubauen
Barrierefreiheit bei Befragungen bedeutet nicht nur, eine Anforderung zu erfüllen, sondern es geht darum, Hürden zu beseitigen, die Menschen die Teilnahme erschweren.
Je barrierefreier das Befragungserlebnis ist, desto mehr Menschen können Ihre Umfrage sicher und selbstbestimmt ausfüllen.
Mehr über Questback‘s Ansatz erfahren Sie in unserer WCAG-2.2-Erklärung zur Barrierefreiheit
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