Blog | Mitarbeiterbindung: entscheidend für den Unternehmenserfolg

Veröffentlicht 01.12.2016 Claudine Petit

Employee Engagement
Mitarbeiterbindung: entscheidend für den Unternehmenserfolg

Wenn der eine geht, kommt halt der nächste! Wer als Arbeitgeber so denkt, schadet seinem Unternehmen. Mitarbeiterbindung ist ein wichtiger Erfolgsfaktor und wird in den kommenden Jahren immer bedeutender werden: Ein ernsthafter Fachkräftemangel lässt sich in Deutschland kaum mehr abwenden. Erfahren Sie hier, was Sie tun können, um Ihre Top-Kräfte zu halten und Ihre Arbeitgebermarke zu stärken.

Eine starke Mitarbeiterbindung ist entscheidend für den Erfolg eines Unternehmens. Aber warum ist das so? Zum einen, weil die Mitarbeiterbindung in direktem Zusammenhang mit der Fluktuation im Unternehmen steht: Je schwächer die Bindung, desto höher die Fluktuation. Eine hohe Fluktuation wiederum kann schädlich sein, denn wenn ein Unternehmen Mitarbeiter verliert, ergeben sich unter anderem folgende Nachteile:

  • Fluktuationskosten: Über die Kosten, die ein Weggang verursacht, gibt es unterschiedliche Zahlen – sie erreichen aber in vielen Fällen einen fünfstelligen Betrag. Darunter fallen Produktivitätseinbußen kurz vor und nach der Kündigung, Kosten für die unbesetzte Stelle, Recruiting- und Einarbeitungskosten. Hinzu kommt noch das Risiko einer anschließenden Fehlbesetzung, die den Recruitingkreislauf erneut in Gang setzt.
  • Know-how-Verlust: Vor allem wenn Top-Performer in Führungs- und Schlüsselpositionen gehen und ihr Wissen und ihre Erfahrung mitnehmen, kann das im Extremfall sogar dazu führen, dass ein ganzes Geschäftsfeld wegfällt – und das kann erfolgskritisch für ein Unternehmen sein.
  • Steigender Wettbewerb: Ausscheidende Top-Kräfte gehen häufig zur Konkurrenz oder machen sich selbstständig und nehmen ihre Netzwerke mit – sie werden also zu Wettbewerbern.
  • Negative Auswirkungen aufs Team: Der Abschied eines Kollegen ist eine emotionale Belastung fürs Team. Am Arbeitsplatz entstehen soziale Bindungen, die nach dem Ausscheiden eines Teammitglieds das Betriebsklima, Mitarbeitermotivation und Mitarbeiterengagement negativ beeinflussen können. Das wiederum senkt die Mitarbeiterbindung – ein Teufelskreis!

Es ist wesentlich schwieriger und kostenintensiver, Recruiting zu betreiben sowie neue Mitarbeiter einzuarbeiten und zu schulen, als bestehende Fachkräfte zu halten – ganz besonders wenn es sich um Arbeitskräfte mit Schlüsselkompetenzen handelt, die auf dem Arbeitsmarkt schwer zu finden sind.

Eine starke Arbeitgebermarke ist die beste Waffe im Kampf um Fachkräfte

Eine große Herausfordeurng, die vielen Branchen weltweit bevorsteht, ist der Fachkräftemangel. Um in Deutschland das Wachstum in Hinblick auf das Bruttoinlandsprodukt zu erhalten, werden uns im Jahr 2030 acht Millionen Arbeitskräfte fehlen – das entspricht etwa 20 Prozent des aktuellen Arbeitskräftepotenzials. Es wird also in absehbarer Zeit einen Kampf um Fachkräfte geben. Die Gewinner werden in der Lage sein, ihre Produktivität zu erhalten oder zu steigern, während die Verlierer ums wirtschaftliche Überleben bangen. Unternehmen, die möglichst früh Maßnahmen zur Mitarbeiterbindung einleiten und ihren Attraktivitätsfaktor als Arbeitgeber steigern, werden beim Kampf um die besten Talente klar im Vorteil sein.

Die Führung ist entscheidend für die Mitarbeiterbindung

Wer versucht, seine Mitarbeiter mit finanziellen Anreizen an sich zu binden, um so seine Arbeitgeberattraktivität zu steigern, wird wenig Erfolg haben. Wenn Spitzenkräfte nach den Gründen für ihren Weggang gefragt werden, nennen sie selten die Bezahlung. Diese Erkenntnis geht mit den Erkenntnissen der Motivationsforschung einher, nach denen die Mitarbeitermotivation nicht durch extrinsische, also äußere Faktoren, beeinflusst wird. So kann ein Mitarbeiter, der grundsätzlich mit seiner Arbeitssituation unzufrieden ist, in den seltensten Fällen durch ein höheres Gehalt, einen Dienstwagen oder Boni daran gehindert werden, sich nach einem neuen Arbeitgeber umzuschauen.   

Der wichtigste Faktor bei der Mitarbeiterbindung, auch Employee Retention genannt, ist das Führungsverhalten des Vorgesetzten. Nahezu jeder zweite Arbeitnehmer, der in den letzten drei Jahren den Job gewechselt hat, kann sich vorstellen, zu seinem alten Arbeitgeber zurückkehren – unter der Voraussetzung, dass er mit einem anderen Chef zusammenarbeitet. Das hat eine der renommiertesten deutschen Studien zur Mitarbeiterbindung ergeben, der Gallup Engagement Index 2015.

Tipps für eine stärkere Mitarbeiterbindung

Wenn Sie Ihr Arbeitgeberimage und die Mitarbeiterbindung in Ihrem Unternehmen stärken möchten, sollten Sie folgende Punkte beachten:

Personalführung verbessern: Durch smarte Führungskräfteentwicklung verbessern Sie die Führungsqualitäten Ihrer Top-Kräfte und stärken somit Ihre Arbeitgebermarke.

  • Kreative und fordernde Arbeit: Bieten Sie Ihren Mitarbeitern attraktive und spannende Arbeitsinhalte und lassen Sie ihnen größtmögliche Handlungs- und Gestaltungsspielräume.
  • Faire Bezahlung: Auch wenn Geld die Mitarbeiterbindung nicht nachhaltig stärkt, ist eine angemessene Bezahlung die Voraussetzung für treue Mitarbeiter. Versuchen Sie nicht, durch Lohndumping, Kosten zu sparen – das kann sich als Milchmädchenrechnung entpuppen.
  • Flexible Arbeitszeiten und Freiräume: Geben Sie Ihren Mitarbeitern so viele Freiheiten wie möglich. Gleitzeit, Homeoffice und Vertrauensarbeitszeit – viele Arbeitsgeber scheuen sich davor, ihre Mitarbeiter von der Leine zu lassen. Lernen Sie, Ihrem Team zu vertrauen! Autonomie steigert die Produktivität und fördert die Motivation und somit die Mitarbeiterbindung.
  • Förderung, Weiterbildung, Nachwuchsprogramme: Ermöglichen Sie Ihren Mitarbeitern, ihre Fähigkeiten zu erweitern. Das stärkt nicht nur die Bindung Ihrer Mitarbeiter, das macht sie auch wertvoller für Ihr Unternehmen.
  • Attraktives Arbeitsumfeld: Sorgen Sie dafür, dass Ihre Mitarbeiter sich an ihrem Arbeitsplatz wohlfühlen. Schon Kleinigkeiten wie Pflanzen, Bilder an der Wand, ein ergonomischer Bürostuhl oder eine gute Kaffeemaschine können den Wohlfühlfaktor steigern.
  • Prozesse optimieren: Versuchen Sie, Arbeitsabläufe so reibungslos wie möglich zu gestalten. Sei es durch bessere Maschinen, Werkzeuge, Software oder einfach einen smarten Workflow.
  • Mitarbeiterbefragungen: Holen Sie sich regelmäßig Feedback von Ihren Mitarbeitern! So finden Sie heraus, wo es Verbesserungspotenzial gibt. Führen Sie zudem mit jedem Mitarbeiter, der das Unternehmen verlässt, ein Austrittsgespräch, um die Gründe für die Kündigung zu erfahren. Wichtig ist, dass Sie aus den Erkenntnissen lernen und entsprechende Maßnahmen zur Verbesserung der Situation vornehmen.

All diese Punkte zielen auf eine Grundregel ab: Erkennen Sie Ihre Mitarbeiter als wertvollstes Kapital und handeln Sie danach!


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