Blog | Was hat HR im Jahr 2020 gelernt?

Veröffentlicht 27.01.2021

Was hat HR im Jahr 2020 gelernt?

4 entscheidende Erkenntnisse, die HR-Manager im Jahr 2020 gewonnen haben

Das Jahr 2020 brachte einige Überraschungen und Herausforderungen mit sich. Es war eine Zeit großer Veränderungen – zum Teil unfreiwillig, zum Teil gewollt. Wenn wir die positiven Seiten betrachten, haben sich Chancen für die Zukunft ergeben und wir haben Neues gelernt. Vor allem im HR-Bereich stand die Welt kopf. Laut der Berufsfeldstudie „People & Organization 2020“ des Bundesverbands der Personalmanager (BPM) gaben 55 Prozent der befragten Personaler an, dass sich ihre Prioritäten seit Beginn der Coronakrise verändert haben.

Was hat HR im Jahr 2020 gelernt?

New Work ist die Zukunft

Das Büro als Dreh- und Angelpunkt des Arbeitsalltags ist ein Auslaufmodell – das hat uns die Coronakrise deutlich vor Augen geführt. Homeoffice und mobiles Arbeiten werden in vielen Unternehmen auch nach der Pandemie zur Normalität werden. Doch nicht nur die räumliche, auch die zeitliche Flexibilität hat an Bedeutung dazugewonnen: 9-to-5-Jobs sind nicht mehr zeitgemäß, Arbeitnehmende gestalten den Arbeitstag so, wie er in ihr Leben passt.

Laut einer Umfrage der International Workplace Group, die sich auf flexible Arbeitsplatzlösungen für Unternehmen spezialisiert hat, sagen 80 Prozent der Arbeitnehmenden in den USA, dass sie eine Stelle ablehnen würden, die kein flexibles Arbeiten ermöglicht. 85 Prozent der befragten Unternehmen stellen fest, dass die Produktivität aufgrund von mehr Flexibilität gestiegen ist. Viele Unternehmen, die sich bisher dagegen gesträubt haben, ihre Mitarbeitenden ins Homeoffice zu schicken, haben 2020 gesehen: Es funktioniert!

Ohne Zweifel bietet das New-Work-Modell zahlreiche Vorteile. Doch die Personalabteilung stellt die physische Abwesenheit der Mitarbeitenden vor neue Herausforderungen: Eine klare beidseitige Kommunikation ist essenziell für eine gute Zusammenarbeit und Mitarbeiterbindung. HR-Manager müssen dafür sorgen, dass Führungskräfte die technischen Möglichkeiten und persönlichen Fähigkeiten besitzen, um im ständigen Austausch mit ihren Teams zu bleiben. Für Mitarbeiterbindung und Teambuilding auf Distanz sind neue Strategien nötig. Unternehmen brauchen eine funktionierende Remote-Struktur, um attraktiv zu bleiben. Auch wenn eine solche Umstrukturierung  bereits in vielen Unternehmen gut umgesetzt wurde, gibt es in diesem Bereich noch Nachholbedarf. Das bestätigen auch Umfragen: Laut der BPM-Studie geben 53 Prozent der befragten Personaler an, dass Arbeitsorganisation/New Work seit Beginn der Coronakrise zu ihren Top-Prioritäten gehört. Im Jahr davor führte Recruiting das Prioritäten-Ranking an, Arbeitsorganisation/New Work wurde nur von 19 Prozent der Personaler zu den wichtigsten Aufgabenfeldern gezählt.

Veränderungen kommen – die Reaktion ist entscheidend

Von heute auf morgen war nichts mehr, wie es mal gewesen war: Das Jahr 2020 hat uns gezeigt, wie schnell sich alles ändern kann. Um für die Zukunft gewappnet zu sein, müssen Unternehmen und allen voran ihre HR-Abteilungen, Strategien entwickeln, um mit Unsicherheiten umzugehen und flexible und kreative Lösungen für veränderte Umstände zu finden.

Zum einen ist Agilität gefragt: In der Coronakrise gehören die Unternehmen zu den Gewinnern, die sich der Situation angepasst haben. Doch wenn Modeunternehmen auf einmal Masken herstellen oder Parfumproduzenten Desinfektionsmittel, müssen die Mitarbeitenden in kürzester Zeit darauf vorbereitet werden – eine große Herausforderung für die Personalabteilung.

Zum anderen brauchen Mitarbeitende das Gefühl von Sicherheit: Sie möchten sich nicht nur darauf verlassen können, dass ihr Arbeitgebender Wege findet, mit einer Krise umzugehen, sondern auch, dass er ihre persönliche Situation versteht. Wir haben gesehen, dass eine Krise nicht nur die Wirtschaft an ihre Grenzen bringt, sondern auch Menschen in ihrem privaten Umfeld. Wenn ein Mitarbeitender aufgrund einer schwierigen privaten Situation für einige Zeit nicht mehr 100 Prozent geben kann, braucht er die volle Unterstützung seines Arbeitgebenden.

Nachhaltigkeit ist ein Erfolgsfaktor

Die Coronapandemie hat gezeigt, wie hart uns eine Krise treffen kann. Viele Menschen wurden 2020 auch daran erinnert, dass uns eine weitere globale Herausforderung bevorsteht, wenn wir nicht an einem Strang ziehen und schnell und entschieden handeln: die Klimakrise. Das bringt nicht nur Verbraucher dazu, ihr Konsumverhalten zu überdenken, sondern auch Bewerber die Wahl ihres Arbeitgebenden abzuwägen. Im Kampf um die besten Fachkräfte werden die Unternehmen die Nase vorn haben, die Nachhaltigkeit leben.

Neben der ökologischen Nachhaltigkeit wird jedoch auch der sozialen Komponente vermehrt Bedeutung zugesprochen: Unternehmen haben eine gesellschaftliche Verantwortung – und diese fordern immer mehr Mitarbeitende ein. Soziale Nachhaltigkeit beginnt im eigenen Unternehmen, unter anderem mit Familienfreundlichkeit, Gleichberechtigung und Diversität. Aber es geht vor allem auch darum, soziale Verantwortung außerhalb des Unternehmens zu übernehmen – beispielsweise beim Lieferkettenmanagement oder bei der Spendenbereitschaft für gute Zwecke.

Daten sind die Grundlage für gute Entscheidungen

HR-Abteilungen treffen richtungsweisende Entscheidungen. Sie müssen personelle und betriebliche Bedürfnisse unter einen Hut bringen, Mitarbeitende persönlich und beruflich unterstützen und die Grundlage dafür schaffen, dass Compliance-Vorschriften eingehalten werden. Hier darf nicht nur das Bauchgefühl entscheiden – schon gar nicht, wenn Teams nicht physisch anwesend sind und der persönliche Kontakt selten ist.

Ob Belegschaftsprofile, Verhaltensvorhersagen, Mitarbeitermotivation oder Personalkultur: Daten helfen HR-Managern dabei, zielgerichtete und fundierte Entscheidungen zu treffen. Leistungskennzahlen ermöglichen es, Entwicklungen zu verfolgen, Erfolge zu messen und Maßnahmen zu definieren – vom Bewerbungsprozess übers Mitarbeiterengagement bis zum Austritt aus dem Unternehmen.

Laut der BPM-Berufsfeldstudie „People & Organization 2020“ nutzen 46 Prozent der Unternehmen mit 5.000 oder mehr Mitarbeitenden Datenanalysen zur Unterstützung von Personalentscheidungen. Nach den grundlegenden Veränderungen des letzten Jahres werden noch mehr HR-Abteilungen zukünftig auf Datenanalysen setzen müssen, um das wertvollste Kapital des Unternehmens zu erhalten – das Personal.

Regelmäßiges Feedback ist der Schlüssel für erfolgreiches HR-Management: Entwickeln Sie eine Dialogkultur in Ihrem Unternehmen und seien Sie gewappnet für die Zukunft – wir beraten Sie gerne!

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